Wirtschaftliche Rahmenbedingungen


Im Gegensatz zu vielen anderen investiven Projekten sind bei einem BHKW-Projekt nicht die Kosten für die Anlagenrealisierung (Investition) entscheidend sondern spielen in erheblichen Maße die Betriebs- und Wartungskosten sowie die durch den Strom- und Wärmeverkauf realisierten Erlöse die maßgebliche Rolle innerhalb der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Dadurch werden derartige Betrachtungen sehr komplex. Einerseits müssen die investiven Aufwendungen, die Wartungskosten, die Instandsetzungskosten sowie die Kosten für den Brennstoff als Aufwand betrachtet werden. Andereseits stehen diesen Kosten Erlöse aus der Reduzierung der Strombezugskosten bzw. denErlösen aus dem Stromverkauf sowie den Erlösen aus der Wärmenutzung gegenüber.

Bei derartig komplexen Wirtschaftlichkeitsberechnungen müssen die dafür vorgesehenen Normen und Richtlinien wie z. B. die Richtlinie des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) mit der laufenden Nummer 2067 (Wirtschaftlichkeit gebäudetechnischer Anlagen) durch den Planer berücksichtigt werden. Außerdem spielen zahlreiche Gesetze wie beispielhaft das KWK-Gesetz bei Einsatz von Heizöl, Erdgas und Flüssiggas sowie das Energiesteuergesetz mit den daraus ableitbaren Rückvergütung für die Energiesteuer  eine entscheidende wirtschaftlich Bedeutung.
Bei Einsatz von Biomasse wie zum Beispiel Biogas und Holz spielen derzeit die Bestimmungen des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) eine entscheidende Rolle.

Realistisch betrachtet können gut geplante BHKW-Anlagen in hierfür geeigneten Versorgungsobjekten über die Lebensdauer der BHKW-Anlage (rund 15 Jahre) eine Refinanzierungszeit von 4-8 Jahre erreichen. In der Wohnungswirtschaft werden meist längere Zeiten für die Refinanzierung des eingesetzten Kapitals benötigt. Dies hängt vorrangig damit zusammen, dass sich bei diesen Projekten die Laufzeit der BHKW-Anlage im Sommer aufgrund des Wegfalls der Heizenergie reduziert.